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Lernzettel · Beziehungsgestaltung & Aufnahme

Hildegard Peplau – Beziehung als Pflegeprozess

Die vier Phasen der Pflegebeziehung und die Rollen der Pflegefachperson nach Peplau – mit Beispielen.

CE 03 · Kommunikation & ReflexionBeziehungsgestaltung & Aufnahme

Wer war Hildegard Peplau?

Hildegard E. Peplau (1909–1999) war eine US-amerikanische Pflegewissenschaftlerin mit psychiatrischem Schwerpunkt. 1952 veröffentlichte sie „Interpersonal Relations in Nursing“. Sie gilt als Begründerin der Interaktionstheorien in der Pflege. Kernaussage: Pflege ist ein zwischenmenschlicher, therapeutischer Prozess, in dem beide Seiten – Pflegende und Pflegeempfänger – lernen und sich entwickeln.

Die vier Phasen der Pflegebeziehung

  • Orientierung: Der Mensch hat ein gefühltes Bedürfnis und sucht Hilfe. Pflegende und Patient lernen sich kennen, das Problem wird gemeinsam erfasst. Beispiel: Aufnahmegespräch, Erwartungen und Ängste klären.
  • Identifikation: Der Patient erkennt, wer ihm helfen kann, und wendet sich diesen Personen zu. Er reagiert dabei abhängig, unabhängig oder wechselseitig (interdependent). Gefühle werden ausgedrückt.
  • Nutzung (auch: Ausbeutung): Der Patient nutzt die angebotenen Hilfen und Ressourcen aktiv, schwankt evtl. zwischen Abhängigkeit und Selbstständigkeit. Pflegende fördern Eigenständigkeit.
  • Ablösung: Bedürfnisse sind erfüllt, neue Ziele werden gesetzt; die Beziehung wird bewusst beendet (z. B. Entlassungsvorbereitung). Gelingt die Ablösung nicht, entsteht Abhängigkeit.

Rollen der Pflegefachperson

  • Fremde: zu Beginn – höflich, respektvoll, akzeptierend begegnen
  • Ressourcenperson: beantwortet konkrete Fragen, gibt Informationen
  • Lehrende: vermittelt Wissen und Fertigkeiten (Anleitung, Schulung)
  • Führungsperson (Leader): unterstützt den Patienten, Verantwortung zu übernehmen, auf demokratische Weise
  • Stellvertretende Person (Ersatzperson): der Patient überträgt Gefühle aus früheren Beziehungen (z. B. zu Mutter, Geschwistern) auf die Pflegende
  • Beratende Person (Counselor): hilft, die aktuelle Situation zu verstehen und in das Leben zu integrieren

Bedeutung für die Praxis

  • Beziehung ist kein „Nebenbei“, sondern Wirkfaktor der Pflege
  • Selbstreflexion der Pflegenden ist nötig: Eigene Gefühle beeinflussen die Beziehung
  • Die Phasen laufen nicht starr ab, sondern überlappen
Merke: Phasen nach Peplau: Orientierung – Identifikation – Nutzung – Ablösung („OINA“). Die Pflegefachperson wechselt situativ zwischen sechs Rollen.

Typische Prüfungsfallen

  • „Ausbeutung“ ist nicht negativ gemeint, sondern Übersetzung von „exploitation“ = Nutzung der Hilfsangebote.
  • Peplau ist keine Bedürfnistheorie (wie Henderson), sondern eine Interaktionstheorie.
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