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Lernzettel · Atmung: COPD, Asthma, Pneumonie, Tuberkulose

COPD – chronisch-obstruktive Lungenerkrankung

Ursachen, GOLD-Einteilung, Exazerbation, Sauerstoffgabe und Pflegeschwerpunkte bei COPD kompakt.

CE 05 · Kurative Prozesse & PatientensicherheitAtmung: COPD, Asthma, Pneumonie, Tuberkulose

Definition

Die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) ist eine fortschreitende Lungenerkrankung, bei der die Atemwege dauerhaft verengt sind. Die Verengung lässt sich – anders als beim Asthma – durch bronchienerweiternde Medikamente nicht vollständig rückgängig machen. Unter dem Begriff werden die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem zusammengefasst.

  • Chronische Bronchitis (WHO): Husten mit Auswurf an den meisten Tagen über mindestens drei Monate in zwei aufeinanderfolgenden Jahren.
  • Lungenemphysem: Die Wände zwischen den Alveolen gehen zugrunde, es entstehen große, überblähte Lufträume mit stark verkleinerter Gasaustauschfläche.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Tabakrauch (aktiv und passiv) – mit Abstand wichtigster Faktor
  • Stäube, Dämpfe und Chemikalien am Arbeitsplatz (z. B. Bergbau, Reinigungsberufe), Feinstaub
  • häufige Atemwegsinfekte in der Kindheit, Frühgeburtlichkeit
  • genetisch: Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (jüngere Betroffene mit Emphysem)

Symptome

Leitsymptome sind die „AHA“-Symptome: Atemnot (zunächst bei Belastung, später in Ruhe), Husten und Auswurf, typischerweise morgens. Weitere Zeichen: verlängerte Ausatmung, Giemen, Fassthorax, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, Zyanose, Trommelschlegelfinger und Uhrglasnägel, Gewichtsverlust (Kachexie) und Leistungsabfall. Bei Rechtsherzbelastung (Cor pulmonale) kommen Beinödeme und gestaute Halsvenen hinzu. Klassische Typen: „Pink Puffer“ (hagerer Emphysematiker, starke Atemnot) und „Blue Bloater“ (übergewichtiger Bronchitiker, Zyanose, wenig Atemnot).

Diagnostik

  • Spirometrie: Tiffeneau-Index FEV1/FVC < 0,7 nach Bronchodilatation beweist die bleibende Obstruktion.
  • GOLD-Grade 1–4 nach FEV1 (in % vom Soll): ≥ 80 % leicht, 50–79 % mittel, 30–49 % schwer, < 30 % sehr schwer. Zusätzlich Einteilung in Gruppen A, B, E nach Beschwerden und Exazerbationen.
  • Blutgasanalyse, Pulsoxymetrie, Röntgen-Thorax, EKG/Echo (Rechtsherzbelastung), Labor.

Therapie

  • Rauchstopp – einzige Maßnahme, die den Verlauf deutlich bremst.
  • Langwirksame Bronchodilatatoren (LAMA, LABA), bei häufigen Exazerbationen und erhöhten Eosinophilen zusätzlich inhalatives Kortison; Bedarfsspray (SABA).
  • Impfungen: Influenza, Pneumokokken, COVID-19, RSV und Pertussis nach STIKO.
  • Lungensport, Atemphysiotherapie, Ernährungsberatung, Patientenschulung.
  • Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT) bei chronischer Hypoxämie, nicht-invasive Beatmung bei Hyperkapnie.

Akute Exazerbation

Akute Verschlechterung mit mehr Atemnot, mehr und oft eitrigem Sputum – häufig ausgelöst durch Infekte. Behandlung: Bedarfsbronchodilatatoren häufiger, systemisches Kortison für wenige Tage, Antibiotika bei Infektzeichen, kontrollierte Sauerstoffgabe, ggf. NIV.

Pflegeschwerpunkte

  • Atmung beobachten: Frequenz, Rhythmus, Atemgeräusche, SpO2, Hautfarbe, Sputum (Menge, Farbe, Konsistenz).
  • Atemerleichternde Positionen: Kutschersitz, Torwartstellung, Oberkörperhochlage mit abgestützten Armen.
  • Lippenbremse anleiten: Ausatmen gegen locker aufeinanderliegende Lippen hält die Bronchien offen.
  • Sekretmanagement: Flüssigkeit (sofern keine Herzinsuffizienz), Inhalation, Hustentechnik („Huffing“), Atemtherapiegeräte mit oszillierendem Ausatemdruck.
  • Inhalationstechnik prüfen und schulen, Mund nach Kortisoninhalation ausspülen.
  • Kräfte einteilen, Pausen planen, eiweiß- und energiereiche Kost in kleinen Portionen.
  • Pneumonie- und Thromboseprophylaxe, psychische Begleitung (Angst-Atemnot-Spirale).
Merke: Bei Menschen mit COPD und chronisch erhöhtem CO2 wird Sauerstoff nur nach ärztlicher Anordnung und vorsichtig gegeben (Ziel-SpO2 meist 88–92 %). Zu viel O2 kann die Hyperkapnie verstärken – bis zur CO2-Narkose mit Bewusstseinstrübung.

Typische Prüfungsfallen

  • COPD-Obstruktion ist nicht voll reversibel – das ist der Unterschied zum Asthma.
  • „Kein Sauerstoff bei COPD“ ist falsch: Sauerstoff wird gegeben, aber kontrolliert und zielwertorientiert.
  • Rauchstopp ist wichtiger als jedes Medikament.
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