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Lernzettel · Nervensystem (Anatomie & Physiologie)

Aufbau des Nervensystems: ZNS, PNS, Gehirn und Rückenmark

Gliederung des Nervensystems, Gehirnabschnitte mit ihren Aufgaben, Rückenmark, Liquor und die Blutversorgung des Gehirns im Überblick.

CE 07 · Rehabilitation & interprofessionelles TeamNervensystem (Anatomie & Physiologie)

Gliederung

Das Nervensystem lässt sich auf zwei Arten einteilen:

  • Nach der Lage (topografisch): Gehirn und Rückenmark bilden zusammen das zentrale Nervensystem (ZNS). Dem peripheren Nervensystem (PNS) werden zugerechnet: alle Nerven außerhalb davon: 12 Hirnnervenpaare, 31 Spinalnervenpaare und die Ganglien.
  • Nach der Funktion: Das somatische Nervensystem steuert die bewusste Wahrnehmung und die Willkürmotorik der Skelettmuskulatur. Das vegetative (autonome) Nervensystem regelt ohne unseren Willen die Organe – mit Sympathikus, Parasympathikus und dem Darmnervensystem.

Bausteine

Die Nervenzelle (Neuron) nimmt über Dendriten Signale auf, verarbeitet sie im Zellkörper und leitet sie über das Axon weiter. Eine Myelinscheide (im ZNS von Oligodendrozyten, im PNS von Schwann-Zellen gebildet) ermöglicht die schnelle, saltatorische Erregungsleitung von Schnürring zu Schnürring. An der Synapse wird das elektrische Signal durch Überträgerstoffe (z. B. Acetylcholin, Dopamin, Noradrenalin, GABA, Glutamat) chemisch weitergegeben. Gliazellen (Astrozyten, Oligodendrozyten, Mikroglia, Ependymzellen) stützen, ernähren und schützen die Neurone.

Graue Substanz = Ansammlung von Zellkörpern (Hirnrinde, Kerne, im Rückenmark innen). Weiße Substanz = gebündelte, myelinisierte Nervenfasern (Bahnen).

Gehirnabschnitte

  • Großhirn: zwei Hemisphären, verbunden über den Balken. Stirnlappen: Planung, Antrieb, Persönlichkeit, primär-motorische Rinde (Gyrus praecentralis), motorisches Sprachzentrum (Broca). Scheitellappen: Körperempfindung (Gyrus postcentralis), räumliche Orientierung. Schläfenlappen: Hören, Sprachverständnis (Wernicke), Gedächtnis (Hippocampus). Hinterhauptslappen: Sehrinde. In der Tiefe liegen die Basalganglien (Feinabstimmung der Motorik).
  • Zwischenhirn: Thalamus („Tor zum Bewusstsein“, filtert Sinneseindrücke), Hypothalamus (Temperatur, Hunger, Durst, Steuerung der Hypophyse).
  • Hirnstamm: Mittelhirn (mit Substantia nigra), Brücke und verlängertes Mark – hier liegen Atem- und Kreislaufzentrum sowie Ursprünge der meisten Hirnnerven.
  • Kleinhirn: Gleichgewicht, Koordination und Feinabstimmung von Bewegungen.

Rückenmark

Es verläuft im Wirbelkanal; beim Erwachsenen reicht es nur bis ungefähr zum ersten oder zweiten Lendenwirbel (Conus medullaris); darunter verlaufen nur noch Nervenwurzeln (Cauda equina). Im Querschnitt bildet die graue Substanz eine Schmetterlingsform: Vorderhorn = motorisch, Hinterhorn = sensibel, Seitenhorn = vegetativ. Außen verlaufen auf- und absteigende Bahnen. Die motorische Hauptbahn (Pyramidenbahn) kreuzt im verlängerten Mark auf die Gegenseite – deshalb führt eine Schädigung der linken Hirnhälfte zu Lähmungen rechts.

Schutz und Liquor

Drei Hirnhäute umhüllen das ZNS: Dura mater, Arachnoidea, Pia mater. Im Subarachnoidalraum fließt der Liquor (beim Erwachsenen ca. 150 ml, täglich werden ca. 500 ml in den Plexus choroidei gebildet). Er puffert Stöße ab und dient der Diagnostik (Lumbalpunktion unterhalb des Rückenmarkendes, meist zwischen L3/L4 oder L4/L5).

Blutversorgung des Gehirns

Zwei Zuflüsse: die beiden Aa. carotides internae (vorderer Kreislauf) und die beiden Aa. vertebrales, die sich zur A. basilaris vereinigen (hinterer Kreislauf). An der Hirnbasis sind sie im Circulus arteriosus Willisii verbunden, der Ausfälle teilweise ausgleichen kann. Daraus entspringen A. cerebri anterior, media (häufigster Ort eines Hirninfarkts) und posterior. Das Gehirn macht nur ca. 2 % des Körpergewichts aus, erhält aber rund 15 % des Herzzeitvolumens und verbraucht etwa 20 % des Sauerstoffs. Es hat praktisch keine Energiespeicher: Nach wenigen Sekunden ohne Durchblutung tritt Bewusstlosigkeit ein, nach wenigen Minuten drohen bleibende Schäden.

Merke: Ausfälle zeigen sich auf der Körperseite, die der geschädigten Hirnhälfte gegenüberliegt (gekreuzte Bahnen). Bei den meisten Menschen liegen die Sprachzentren links.

Typische Prüfungsfallen

  • Hirnnerven gehören zum PNS, auch wenn sie im Gehirn entspringen.
  • Broca = Sprachproduktion (Stirnlappen), Wernicke = Sprachverständnis (Schläfenlappen).
  • Das Rückenmark reicht nicht bis zum Kreuzbein – deshalb ist die Lumbalpunktion im unteren LWS-Bereich möglich.
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