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Lernzettel · Rehabilitation & interprofessionelles Team

Rehabilitation, ICF und das interprofessionelle Team

Ziele und Formen der Rehabilitation, Reha-Träger, ICF-Modell, Aufgaben von Physio-, Ergotherapie und Logopädie sowie Heil- und Hilfsmittel.

CE 07 · Rehabilitation & interprofessionelles TeamRehabilitation & interprofessionelles Team

Was ist Rehabilitation?

Rehabilitation umfasst alle Leistungen, die Menschen mit (drohender) Behinderung oder chronischer Krankheit helfen, ihre Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu erreichen oder zu sichern. Rechtsgrundlage ist vor allem das SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen). Leitprinzipien: „Reha vor Rente“ und „Reha vor Pflege“.

Leistungsgruppen nach SGB IX

  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation (z. B. Reha-Klinik, ambulante Reha, Heil- und Hilfsmittel)
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Umschulung, Arbeitsplatzanpassung, Kfz-Hilfe)
  • Leistungen zur Teilhabe an Bildung (Schulbegleitung, Hilfen im Studium)
  • Leistungen zur sozialen Teilhabe (z. B. Assistenz, Wohnen)
  • unterhaltssichernde und ergänzende Leistungen (z. B. Übergangsgeld, Reha-Sport)

Reha-Träger (Auswahl)

  • Deutsche Rentenversicherung: medizinische und berufliche Reha für Erwerbstätige
  • Gesetzliche Krankenversicherung: medizinische Reha z. B. für Rentner und Kinder, geriatrische Reha
  • Gesetzliche Unfallversicherung: nach Arbeits- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten – alle Leistungen „aus einer Hand“
  • Bundesagentur für Arbeit, Träger der Eingliederungshilfe, Jugendhilfe

ICF – Denken in Teilhabe

Die ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) der WHO ergänzt die Diagnose (ICD) um die Frage: Was bedeutet die Erkrankung für das Leben dieses Menschen? Das bio-psycho-soziale Modell unterscheidet:

  • Körperfunktionen und -strukturen (z. B. Kraftminderung im Arm)
  • Aktivitäten (z. B. sich selbstständig anziehen)
  • Teilhabe/Partizipation (z. B. wieder im Chor singen, arbeiten)
  • Kontextfaktoren: Umweltfaktoren (Wohnung, Hilfsmittel, Familie, Barrieren) und personbezogene Faktoren (Alter, Motivation, Bildung)

Alle Ebenen beeinflussen sich gegenseitig. Behinderung entsteht aus dem Zusammenspiel von Gesundheitsproblem und Barrieren – nicht allein durch die Krankheit.

Das interprofessionelle Team

  • Ärztlicher Dienst: Diagnostik, medizinische Therapie, Leitung des Reha-Plans
  • Pflege: therapeutisch-aktivierende Pflege rund um die Uhr, Übertragung der Therapieinhalte in den Alltag, Prophylaxen, Beratung und Anleitung
  • Physiotherapie: Bewegung, Kraft, Gleichgewicht, Gangschulung, Atemtherapie
  • Ergotherapie: Handlungsfähigkeit im Alltag – Selbstversorgung, Feinmotorik, Kognition, Hilfsmittelanpassung, Wohnraumberatung
  • Logopädie: Sprache, Sprechen, Stimme und Schlucken
  • Neuropsychologie/Psychologie, Sozialdienst (Antragswesen, Überleitung, berufliche Wiedereingliederung), Ernährungsberatung, Orthopädietechnik

Gemeinsame, mit dem Patienten vereinbarte Ziele werden in regelmäßigen Teambesprechungen festgelegt und überprüft.

Heilmittel und Hilfsmittel

  • Heilmittel sind ärztlich verordnete, persönlich erbrachte therapeutische Dienstleistungen: Physiotherapie, Ergotherapie, Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie, Podologie, Ernährungstherapie (Grundlage: Heilmittel-Richtlinie).
  • Hilfsmittel sind Gegenstände, die den Erfolg einer Behandlung sichern, einer Behinderung vorbeugen oder sie ausgleichen: z. B. Rollator, Rollstuhl, Hörgerät, Orthese, Toilettensitzerhöhung. Sie sind im Hilfsmittelverzeichnis der GKV gelistet. Pflegehilfsmittel (z. B. Pflegebett, Einmalhandschuhe) zahlt die Pflegeversicherung.
Merke: Heilmittel = Therapie (Dienstleistung), Hilfsmittel = Gegenstand. Pflegefachpersonen können Empfehlungen für bestimmte Hilfs- und Pflegehilfsmittel aussprechen.

Typische Prüfungsfallen

  • „Teilhabe“ ist die zentrale Zielebene der Rehabilitation – nicht nur die Verbesserung von Körperfunktionen.
  • Nach einem Wegeunfall ist die Unfallversicherung zuständig.
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