Zum Inhalt springen

Lernzettel · Atmung: COPD, Asthma, Pneumonie, Tuberkulose

Pneumonie und Pneumonieprophylaxe

Formen, Symptome und Therapie der Lungenentzündung sowie Risikoeinschätzung und Prophylaxemaßnahmen.

CE 05 · Kurative Prozesse & PatientensicherheitAtmung: COPD, Asthma, Pneumonie, Tuberkulose

Definition

Die Pneumonie ist eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes (Alveolen und/oder Interstitium), meist durch Bakterien, Viren oder seltener Pilze verursacht. Sie zählt zu den häufigsten tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten in Deutschland.

Einteilung

  • Ambulant erworben (CAP): außerhalb des Krankenhauses; häufigster Erreger Pneumokokken.
  • Nosokomial (HAP): Beginn frühestens 48 Stunden nach Aufnahme oder bis zu einigen Tagen nach Entlassung; häufiger multiresistente Erreger. Sonderform: beatmungsassoziierte Pneumonie (VAP).
  • Typisch (Lobärpneumonie): plötzlicher Beginn, hohes Fieber, Schüttelfrost, eitriger Auswurf, atemabhängige Schmerzen.
  • Atypisch (z. B. Mykoplasmen, Chlamydien, Legionellen, Viren): schleichender Beginn, mäßiges Fieber, trockener Reizhusten, Kopf- und Gliederschmerzen.
  • Aspirationspneumonie: nach Eindringen von Speichel, Nahrung oder Mageninhalt in die Lunge, z. B. bei Schluckstörungen.

Symptome

Fieber, Husten, Auswurf, Tachypnoe, Dyspnoe, Tachykardie, Rasselgeräusche, Nasenflügeln, Zyanose. Ältere Menschen zeigen oft untypische Zeichen: Verwirrtheit, Sturz, Schwäche, Appetitlosigkeit, manchmal kein Fieber.

Diagnostik

Röntgen-Thorax (Infiltrat), Auskultation, Entzündungswerte (Leukozyten, CRP, Procalcitonin), Blutgasanalyse/SpO2, Sputum- und Blutkulturen. Zur Einschätzung des Schweregrads dient der CRB-65-Score: Confusion (Verwirrtheit), Respiratory rate ≥ 30/min, Blutdruck systolisch < 90 oder diastolisch ≤ 60 mmHg, Alter ≥ 65 Jahre. Je mehr Punkte, desto eher ist eine stationäre bzw. intensivmedizinische Behandlung nötig.

Therapie

Antibiotika (zeitnah, nach Erregerspektrum), Sauerstoff, Flüssigkeit, Fiebersenkung, Schmerztherapie, Atemtherapie und Frühmobilisation.

Risikofaktoren (Pneumoniegefährdung)

  • Immobilität, Bettlägerigkeit, flache Atmung (z. B. durch Schmerzen nach Bauch- oder Thoraxoperationen)
  • Schluckstörungen, Bewusstseinsstörung, Sonden, Beatmung
  • Vorerkrankungen der Lunge, Herzinsuffizienz, Diabetes, Immunschwäche
  • hohes Alter, Rauchen, schlechte Mundhygiene, Dehydratation

Zur Einschätzung kann z. B. die Atemskala nach Bienstein genutzt werden; entscheidend ist aber die fachliche Einschätzung, die regelmäßig wiederholt wird.

Maßnahmen der Pneumonieprophylaxe

  • Mobilisation – wirksamste Maßnahme; ggf. vorher Bedarfsspray nach Anordnung.
  • Atemvertiefung: Atemübungen, Atemtrainer (z. B. inspiratorische Atemtrainer), Kontaktatmung, atemstimulierende Einreibung (ASE).
  • Atemunterstützende Positionen: Oberkörperhochlage, Dehnpositionen wie V-, A-, T-, I-Lage, Halbmond- und Drehdehnlage (5–20 Minuten, nur wenn angenehm; Vorsicht bei Osteoporose, Kontrakturen).
  • Sekretlösung: ausreichend trinken, Inhalation, Vibrationen, Geräte mit oszillierendem Ausatemdruck, Abhusttechnik, ggf. Absaugen.
  • Aspirationsprophylaxe: aufrechte Position beim Essen, angepasste Kostform, Schluckdiagnostik.
  • Infektionsprävention: Mundpflege, Händehygiene, hygienischer Umgang mit Inhalations- und Absauggeräten, Impfungen.
  • ausreichende Schmerztherapie, damit tief geatmet und gehustet werden kann.
Merke: Luft folgt dem Weg des geringsten Widerstands. Was gedehnt wird, wird besser belüftet – und gut belüftete Lungenbereiche werden besser durchblutet.

Typische Prüfungsfallen

  • Nosokomial = Beginn nach 48 h im Krankenhaus.
  • Bei älteren Menschen kann eine akute Verwirrtheit das erste Zeichen einer Pneumonie sein.
  • Viel trinken ist nicht für alle sinnvoll – bei Herz- oder Niereninsuffizienz Trinkmenge nach Anordnung.
QR-Code: dieses Thema auf pflege1plus.de übenScannen & dieses Thema direkt üben

Bestehe dein Examen mit Pflege1Plus

Dieser Lernzettel ist erst der Anfang. Auf pflege1plus.de wartet:

  • über 1.500 Prüfungsfragen zu allen 11 curricularen Einheiten – mit Musterlösung und Bewertungsraster
  • Fallprüfungen und Probeexamen (120 Minuten) wie in der echten schriftlichen Prüfung
  • Training für die mündliche und praktische Prüfung, Fehlertrainer und persönlicher Lernplan
Jetzt kostenlos starten

Weiter mit Atmung: COPD, Asthma, Pneumonie, Tuberkulose