Häufige Fragen zur Pflegeausbildung und zum Pflegeexamen
Kurze, klare Antworten auf die Fragen, die Azubis am häufigsten stellen – jeweils mit Link zum ausführlichen Ratgeber.
Ausbildung
Wie lange dauert die Anerkennung als Pflegefachkraft?
Die Behörde soll in der Regel innerhalb von vier Monaten entscheiden, nachdem alle Unterlagen vollständig vorliegen. Bis zur Erlaubnis dauert es meist länger, weil Sprachnachweis und Ausgleichsmaßnahme dazukommen. Plane eher mit vielen Monaten.
Was ist ein Defizitbescheid in der Pflege?
Ein Defizitbescheid ist ein Bescheid, in dem die Behörde wesentliche Unterschiede zwischen deiner ausländischen und der deutschen Ausbildung feststellt. Er nennt die betroffenen Bereiche und die möglichen Ausgleichsmaßnahmen. Danach machst du entweder eine Kenntnisprüfung oder einen Anpassungslehrgang.
Welche Unterlagen brauche ich für die Anerkennung in der Pflege?
Typisch sind Identitätsnachweis, Lebenslauf, Abschlusszeugnis, ein Nachweis über Inhalte und Stunden der Ausbildung, Nachweise über Berufserfahrung, Sprachnachweis, Führungszeugnis und ärztliches Attest. Oft brauchst du beglaubigte Kopien und Übersetzungen. Die genaue Liste nennt deine zuständige Behörde.
Was kostet die Anerkennung als Pflegefachkraft?
Das hängt vom Bundesland ab. In einem Land liegen die Gebühren zum Beispiel bei etwa 225 bis 600 Euro plus rund 42 Euro für die Urkunde. Dazu kommen Kosten für Übersetzungen, Beglaubigungen, Sprachprüfung und eventuell Kurse.
Kann ich während der Anerkennung schon in der Pflege arbeiten?
Ja, in vielen Fällen als Pflegehilfskraft. Fachkraftaufgaben darfst du aber erst mit der Erlaubnis übernehmen. Beim Anpassungslehrgang arbeitest du meist direkt in einer Einrichtung mit.
Kenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang – was ist besser?
Das hängt von dir ab. Die Kenntnisprüfung ist oft schneller und passt zu Menschen mit viel Erfahrung, die gut selbstständig lernen. Der Anpassungslehrgang dauert länger, bietet aber mehr Begleitung im deutschen Arbeitsalltag.
Muss ich die Anerkennung in Deutschland beantragen?
Nein, du kannst den Antrag auch aus dem Ausland stellen. Er geht an die zuständige Stelle in dem Bundesland, in dem du arbeiten möchtest. Die zuständige Stelle findest du über das Portal „Anerkennung in Deutschland“.
Fachwissen
Welcher Blutdruck ist in welchem Alter normal?
Bei Kindern steigt der normale systolische Blutdruck von etwa 60–80 mmHg bei Neugeborenen auf 100–130 mmHg bei Jugendlichen. Für Erwachsene jeden Alters gilt ein Wert unter 140/90 mmHg als nicht erhöht, optimal ist unter 120/80 mmHg. Das sind Lehrbuch-Richtwerte, die je nach Quelle leicht abweichen.
Mehr dazu: Blutdruck-Normwerte nach Alter: Tabelle für Kinder, Erwachsene und Senioren →
Ist ein höherer Blutdruck im Alter normal?
Er ist häufig, aber nicht normal. Auch bei älteren Menschen beginnt die Hypertonie bei 140/90 mmHg. Die Behandlungsziele werden im Alter allerdings individuell festgelegt, um Schwindel und Stürze zu vermeiden.
Mehr dazu: Blutdruck-Normwerte nach Alter: Tabelle für Kinder, Erwachsene und Senioren →
Gilt die Regel 100 plus Lebensalter noch?
Nein, die Regel ist überholt. Sie würde zum Beispiel einem 80-Jährigen 180 mmHg als normal zugestehen, obwohl dauerhaft so hohe Werte das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt deutlich erhöhen.
Mehr dazu: Blutdruck-Normwerte nach Alter: Tabelle für Kinder, Erwachsene und Senioren →
Welcher Blutdruck ist bei Kindern zu niedrig?
Als Faustregel für Kinder von 1 bis 10 Jahren gilt ein systolischer Wert unter 70 + 2 × Alter in Jahren als zu niedrig, bei einem Vierjährigen also unter 78 mmHg. Weil Kinder ihren Blutdruck lange stabil halten, ist ein Abfall ein spätes Warnzeichen. Dann informierst du sofort ärztlich.
Mehr dazu: Blutdruck-Normwerte nach Alter: Tabelle für Kinder, Erwachsene und Senioren →
Ab wann ist der Blutdruck gefährlich hoch?
Werte ab etwa 180/110 mmHg gelten als sehr hoch. Kommen Brustschmerz, Atemnot, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder neurologische Ausfälle dazu, ist das ein Notfall. Ohne Beschwerden misst du nach Ruhe erneut und informierst nach Hausstandard.
Mehr dazu: Blutdruck-Normwerte nach Alter: Tabelle für Kinder, Erwachsene und Senioren →
Was zählt als orthostatische Hypotonie?
Ein Abfall des Blutdrucks um mindestens 20 mmHg systolisch oder 10 mmHg diastolisch innerhalb von 3 Minuten nach dem Aufstehen. Typisch sind Schwindel und Schwarzwerden vor Augen. Weil das Sturzrisiko steigt, gehört der Befund in die Pflegeplanung.
Mehr dazu: Blutdruck-Normwerte nach Alter: Tabelle für Kinder, Erwachsene und Senioren →
Muss ich die Blutdruckwerte nach Alter fürs Examen auswendig können?
Die Werte für Erwachsene und die ESH-Grenzen solltest du sicher können, bei Kindern reicht meist die Größenordnung und die Grundregel, dass der Blutdruck mit dem Alter steigt. Wichtiger ist, Werte im Fall richtig einzuschätzen. Das kannst du mit den Fallbeispielen auf Pflege1Plus üben.
Mehr dazu: Blutdruck-Normwerte nach Alter: Tabelle für Kinder, Erwachsene und Senioren →