Lernzettel · Mündliche Prüfung: Berufsrolle, Team & Organisation
Mündliche Prüfung: so läuft sie ab
Rechtlicher Rahmen nach § 15 PflAPrV, typischer Ablauf mit Vorbereitungszeit, die drei Kompetenzbereiche III–V und wie du in 30 Minuten überzeugst.
Rechtlicher Rahmen
Der mündliche Teil ist in § 15 PflAPrV geregelt. Geprüft werden die Kompetenzbereiche III, IV und V der Anlage 2:
- KB III: Zusammenarbeit innerhalb der Pflege und mit anderen Berufsgruppen in verschiedenen Organisationen verantwortlich mitgestalten (Team, Organisation, ärztliche Anordnungen, Schnittstellen).
- KB IV: das eigene Handeln mit Gesetzen, Verordnungen und ethischen Leitlinien begründen und kritisch hinterfragen.
- KB V: eigenes Handeln auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und berufsethischer Werthaltungen reflektieren und begründen (Berufsrolle, Professionalisierung, Pflegewissenschaft).
Grundlage ist eine komplexe Fallsituation. Sie soll sich in Altersstufe und Versorgungsbereich von der Situation der praktischen Prüfung unterscheiden. Die Prüfung ist eine Einzelprüfung, dauert mindestens 30 und höchstens 45 Minuten, es gibt eine angemessene Vorbereitungszeit unter Aufsicht. Mindestens zwei Fachprüferinnen bzw. Fachprüfer nehmen ab und bewerten.
Typischer Ablauf
- Fallausgabe und Vorbereitung (häufig etwa 15 Minuten): Fall lesen, Stichpunkte oder ein kleines Plakat/Flipchart zu den Aufgaben erstellen.
- Prüfungsgespräch (häufig 30 Minuten): je Kompetenzbereich etwa 10 Minuten. Oft beginnt der Prüfling mit einer kurzen Fallvorstellung bzw. Einschätzung, danach folgen Fragen und Vertiefungen.
- Bewertung durch die Prüfenden; der Verlauf wird protokolliert.
Was in den Kompetenzbereichen gefragt wird
- KB III: Pflegeorganisationssysteme (Funktionspflege, Bereichs-/Gruppenpflege, Primary Nursing), Dienstplanung, Rollen im Team, Konflikte, Delegation an Pflegehilfskräfte, ärztliche Anordnungen, Übergabe, Visite, Fallbesprechung, Entlassungs- und Schnittstellenmanagement, Qualitätsmanagement (PDCA).
- KB IV: PflBG (§ 4 vorbehaltene Tätigkeiten, § 5 Ausbildungsziel), Haftung, Delegation und Remonstration, Schweigepflicht, Datenschutz, Arbeitsrecht (ArbZG, MuSchG, JArbSchG), SGB V/XI (Qualitätssicherung, MD-Prüfung), Betreuungsrecht, Patientenverfügung, freiheitsentziehende Maßnahmen, Ethik-Fallbesprechung, ICN-Kodex.
- KB V: Pflegewissenschaft und Evidenz, Expertenstandards, Akademisierung, Berufsverbände und Pflegekammern, Berufsrolle und Selbstverständnis, lebenslanges Lernen, Digitalisierung, Personalbemessung (PPR 2.0), Projektarbeit.
Vorbereitung in 15 Minuten
- Akteure, Setting, Konflikte und rechtliche Stolpersteine markieren.
- Für jeden KB 3–4 Stichworte notieren (z. B. KB III: Pflegesystem + Delegation + Übergabe; KB IV: Gesetz + ethisches Prinzip; KB V: Studie/Standard + Berufsrolle).
- Einen roten Faden für die Einstiegsvorstellung (1–2 Minuten) festlegen.
Typische Prüfungsfallen
- Nur Fachwissen aufsagen, ohne den Fall einzubeziehen.
- Gesetze nennen, aber nicht erklären, was sie für die Pflegeperson konkret bedeuten.
- Bei Nachfragen verunsichert die Antwort ändern – lieber kurz nachdenken und begründen.
- Die eigene Rolle (Verantwortung als Pflegefachperson) nicht reflektieren.
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